Podiumsdiskussion: 20 Jahre Failed War on Terror

Vor zwanzig Jahren erklärten die Vereinigten Staaten unter der damaligen Führung von George W. Bush den sogenannten „War on Terror". Heute sind dessen Scheitern und fatale Konsequenzen kaum bestreitbar. Das zeigt sich nicht nur in den desaströsen Auswirkungen seiner andauernden – von westilchen Allianzen unterstützten – imperialen Kriegszyklen in Afghanistan und dem Irak, sondern auch an seiner globalen Kampagne und Hetze gegen Rechte von MuslimInnen.
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Einlass: 17:00 Uhr
Beginn: 17:30 Uhr
Datum: 24.09.2021
Ort: AAI, Türkenstraße 3,1090 Wien

Die komplexen Realitäten um die Anschläge vom 11. September wurden durch ein vorgetäuschtes Sicherheitsnarrativ ersetzt, welches über die Geschichte nachverfolgbare Bild der „bösen“ Muslime vermittelt und diese als  unmittelbare Bedrohung  darstellt. Menschlichkeit, Würde, und Rechte von MuslimInnen können somit mit Willkür behandelt werden.

Die Folgen dieser Praxis sind Generalverdacht und Repression gegen eine als – "muslimifizierte" - homogen konstruierte Bevölkerungsgruppe. Unter dem Deckmantel des vermeintlichen Kampfes gegen „Terrorismus” wird Gewalt gegen muslimische bzw. als muslimisch gelesene Communities hingenommen, verschwiegen und sogar unterstützt.

So überfielen und bombardierten die USA und ihre Verbündeten Illegalerweise mehrere mehrheitlich muslimische Länder wie Afghanistan und den Irak, in denen Hunderttausende unschuldiger Menschen getötet wurden und viele weitere verletzt wurden. Es ist erwähnenswert, dass der Krieg gegen den sogenannten Terror nur noch mehr Krieg und die Destabilisierung mehrerer mehrheitlich muslimischer Länder mit sich brachte.

Die deliberate Undefinierbarkeit der mit dem sogenannten „War on Terror“ verbundenen Begrifflichkeiten, erlaubte den Export  einer gewaltvollen islamophoben Strategie, um muslimische Bevölkerungsgruppen zu unterdrücken.

Auch an Österreich sind die Folgen des sogenannten War on Terror nicht vorbeigegangen. In den letzten zwei Jahrzehnten konnten wir beobachten, wie die Kriminalisierung von Muslim*innen und die Konstruktion des Islam als rückständige gewaltvolle Ideologie gezielt in Wahlkämpfen eingesetzt wird und als Legitimation für die Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen dient. Ebenso die Entwicklungen rund um Operation Luxor, die Veröffentlichung der sogenannten „Islam Landkarte” als auch das neue Anti-Terrorgesetz, lassen sich in diesen Kontext enreihen.

Wir nehmen daher dieses Datum zum Anlass, um mit Expert*innen über folgende Fragen zu diskutieren:

  • Was sind gesellschaftspolitische Auswirkungen von 20 Jahren War on Terror in Österreich?
  • Wie lassen sich Kontinuitäten zu anderen rassistisch motivierten politischen Kampagnen wie beispielsweise der Operation Spring, herstellen?
  • Wie geht die Zivilgesellschaft mit den Folgen der zunehmenden Kriminalisierung von Muslim*innen unter dem Deckmantel von Sicherheitspolitik um?
  • Was sind die intersektionalen Auswirkungen dieser Politik?

 

Podiumsgäste: 

  • Videobotschaft: Moazzam Begg (CAGE, Ex-Guantanamo Insasse)
  • Nehal Abdalla (ACT-P, Politikwissenschaftlerin)
  • Farid Hafez (Politikwissenschaftler, Betroffener von Operation Luxor)
  • Myassa Kraitt (Kultur- und Sozialanthropologin, Trainerin, Künstlerin)

Organisiert von: 

 

Bedenken Sie, dass aufgrund der derzeitigen COVID-19 Maßnahmen Ihnen nur dann Eintritt gewährt wird, wenn einer der 3G Regeln (getestet, genesen oder geimpft) und FFP2 Maske auf Sie zutreffen.