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#Gemeinsamunteilbar

 

Covid-19-Virus kennt keine Unterschiede. Unsere Gesellschaft schon. Die Corona-Krise führt uns vor Augen, wie unterschiedlich sich die Maßnahmen zu Eindämmung des Virus auf die Lebenssituationen auswirkt. „Social Distancing“ und „Zuhause bleiben“ ist nicht für alle möglich; soziale Ungerechtigkeiten bestehen weiterhin und beeinflussen auch während solcher Krisen den Alltag vieler Menschen.

 

Während sich die einen aus Sicherheitsgründen weiterhin im Home Office befinden, können die anderen ihre Erwerbstätigkeit nicht auf dieselbe Weise einschränken: Sie müssen weiter zur Arbeit gehen. Ob sie Tag für Tag an den Kassen stehen, Regale auffüllen, kranke Menschen pflegen, Einrichtungen reinigen, Personen befördern, Abfall beseitigen oder Pakete austragen: Sie sind diejenigen, die durch ihren Einsatz in Zeiten der Covid-19 Pandemie für „Normalität“ sorgen und notwendige Versorgungsstrukturen sicherstellen. Und dabei riskieren Supermarkmitarbeiter*innen, Erntehelfer*innen, Pflege- und Reinigungspersonal und alle weiteren systemerhaltenden Berufsgruppen nicht nur ihre Ansteckung, sondern setzten auch Personen in ihrem Haushalt einem erhöhten Infektionsrisiko aus.

 

Diese Berufsgruppen, deren Stellenwert für viele erst in der Krise deutlich wurde, sind häufig durch niedriges Einkommen und Prestige gekennzeichnet. In Diskussionen zu Systemerhalter*innen bleibt leider oft unerwähnt, dass es sehr oft Frauen, People of Color und Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft sind, die genau diese Berufe ausüben. Ein Großteil der Systemerhalter*innen, unabhängig von Staatsbürgerschaft, sind Frauen.

Laut einer Statistik des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger machen Frauen 77% der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen, 74% im Einzelhandel und 63% in der Reinigung und Hausbetreuung aus. Besonders nicht-österreichische Staatsbürger*innen sind laut dem Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend in den Branchen Nahrungsmittelherstellung mit 33%, im Bau mit 30%, im Einzelhandel und Kurierdienst mit 22% und im Gesundheitswesen mit 16% vertreten.

Die Ausbreitung von Covid-19 verdeutlicht und verschärft diese gesellschaftlichen Missstände. Die Krise kann auch eine Möglichkeit für Veränderung sein. Veränderung braucht jedoch ein Umdenken.

Daher möchten wir als Dokustelle mit der Kampagne #GemeinsamUnteilbar:

…... People of Color, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Fluchterfahrungen und Migrant*innen in systemerhaltenden Berufen sichtbar machen.

….Aufzeigen, dass die Corona Krise ungleiche Auswirkungen auf Frauen, People of Color, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Fluchterfahrungen, Migrant*innen und marginalisierten Personen hat.

….Bewusst machen, dass die Corona Krise gemeinschaftliches und solidarisches Handeln mit allen Menschen erfordert.

….Bewusst machen, dass die Eindämmung der Auswirkungen der Corona Maßnahmen mit der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung einhergehen muss.

 

Ziel der Kampagne #GemeinsamUnteilbar ist es:

…..Ausdrücklich politische Anerkennung der Leistung von Frauen, Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Fluchterfahrung zu erlangen.

….Sanktionierung rassistischer Narrative, die einzelne Bevölkerungsgruppen für die Ausbreitung des Virus verantwortlich machen, zu ermöglichen.

….Bewusstsein zu schaffen über die ungleichen Auswirkungen der Maßnahmen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und ,dass wir nicht nur im Kampf gegen Covid-19, sondern auch im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung gemeinsam handeln müssen.