04 Feb

#MuslimBanAustria

#MuslimBanAustria-Demo

Mit dem Motto “Mein Körper, mein Recht auf Selbstbestimmung” und mit dem Hashtag #MuslimBanAustria marschierten am 4. Februar 2017 ca. 4000 Personen gegen das sogenannte Integrationspaket der Koalition SPÖVP.

Im Rahmen eines „Integrations”-Pakets soll nun das partielle Kopftuchverbot beschlossen werden. Diese Maßnahme zeigt, welchen autoritären populistischen Regierungsstil die österreichische Politik angenommen hat. Bewusst werden Minderheiten und Frauen an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Bei dieser Demonstration ging es nicht nur um das Kopftuchverbot, sondern um Menschen- und Minderheitenrechte, um Antidiskriminierung, um Gleichberechtigung und vor allem um das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Es handelt sich hierbei de facto um Berufsverbote ausschließlich für Frauen, die einer religiösen Minderheit angehören. Wieder einmal wollen Männer über Frauen und ihre Körper bestimmen. Das weisen wir entschieden zurück!

Die Demo wurde mit Slogans wie #MyChoiceMyVoice oder #HandsOffMySister von starken Frauen geführt. Der Marsch fand breite Solidarität aus verschiedensten Einrichtungen und Organisationen und zeichnete sich durch seine Vielfältigkeit aus. Die Message war klar: als Musliminnen und Geflüchtete sind wir ein Teil dieser Gesellschaft lassen uns nicht marginalisieren und an den Rand der Gesellschaft drängen.

„Heute hat eine Gruppe von muslimischen Frauen in Österreich erstmalig einen solchen Protest unabhängig von den großen Verbandsstrukturen initiiert und durchgeführt. Wir freuen uns, dass sich uns so viele muslimische wie nicht-muslimische Verbände und Organisationen angeschlossen haben. Wir danken für die Solidarität,“ so Gözde Taskaya vom Netzwerk Muslimische Zivilgesellschaft (NMZ).

Organisatorin Elif Öztürk von der Dokustelle Muslime sagte in ihrer Rede: „Es gab Zeiten, in denen Frauen die Fähigkeit, rational handeln zu können, abgesprochen wurde. Es musste lange gekämpft werden, bis Frauen an ihrer Professionalität und Qualität gemessen wurden. Es ist ein Rückschritt, wenn wir ähnliche Debatten nochmal führen.“

„Ganz besonders gefreut hat uns, dass die Führung der Frauen in der Community so gut akzeptiert wurde und die Männer sich mit uns solidarisch gezeigt haben, uns in unseren Anliegen zu unterstützen. Wir haben uns heute nicht nur für muslimische Frauen eingesetzt, sondern für alle Frauen und dafür, dass sie ihr Leben selbst bestimmen dürfen,“ so Deniz Eroglu-Koc vom Jugendrat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Wir stellen uns klar gegen die Ausgrenzung von Musliminnen aus der Gesellschaft: Gegen das geplante Kopftuchverbot in Teilbereichen des Staatsdienstes und gegen die Verdrängung von Frauen aus dem öffentlichen Raum. Für uns steht fest: Jede Frau hat das Recht ihre körperlichen Grenzen selber zu ziehen. Jede Frau muss sich im öffentlichen Raum frei von Belästigung und Diskriminierung bewegen können – unabhängig davon, was sie anzieht oder nicht anzieht. Wir solidarisieren uns mit allen Frauen und ganz besonders mit marginalisierten Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihres sozialen Status, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters oder ihrer Behinderung benachteiligt und an den Rand gedrängt werden.

Wir bedanken uns nochmal bei unseren Mitorganisatoren Netzwerk Muslimische Zivilgesellschaft und JIGGiÖ – Jugendrat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und bei allen anderen Vereinen, die uns tatkräftig unterstützt haben. Vielen vielen Dank für das zahlreiche Erscheinen!

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